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Personalmangel in deutschen Kitas: türkische Pädagogin ergreift ihre Chance

Hamide Karakoç absolviert in einer Kita in Baden-Württemberg die letzten Schritte zur vollen Anerkennung als Erzieherin. Ihre Geschichte zeigt, wie entscheidend gute Beratung für einen erfolgreichen Neustart sein kann.

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Donnerstag, 06.08.2026

 

Als Hamide Karakoç von der Fachkräftelücke in deutschen Kindergärten erfuhr, fasste sie einen Entschluss: Mit Unterstützung von ProRecognition schafft die erfahrene Pädagogin aus der Türkei den Neustart. Heute arbeitet sie im katholischen Kindergarten St. Franziskus im baden-württembergischen Gosheim. Durch eine Anpassungsqualifizierung kommt sie ihrem Ziel einen weiteren Schritt näher: der vollen Gleichwertigkeit ihres Abschlusses – und damit neuen Perspektiven für sich und ihre Familie.

 

Bei ihrer anfänglichen Recherche stieß Hamide in den sozialen Medien zunächst auf private Berater, die viel Geld verlangten, aber kaum halfen. „Überhaupt einen Anfang zu finden, war sehr schwer. Ich habe viel recherchiert, aber dann den falschen Menschen vertraut“, erinnert sie sich. Fast zwei Jahre vergingen, in denen sie sich mit bürokratischen Hürden auseinandersetze und finanzielle wie auch emotionale Belastungen ertragen musste.

 

Offizielles Angebot statt unseriösen Privatanbietern

 

Über soziale Medien wurde Hamide schließlich auch auf ProRecognition aufmerksam: „Das war eine enorme Erleichterung für mich. Ich habe mich mit den vielen offenen Fragen über die Zuwanderungsvoraussetzungen und den komplizierten Anerkennungsprozess völlig verloren gefühlt“. In den Beratungsgesprächen konnte sie all ihre Anliegen klären, etwa welche Unterlagen nötig sind, welches Sprachniveau erwartet wird und worauf es bei Bewerbungen ankommt. Besonders den persönlichen Kontakt mit ProRecognition-Beraterin Hazal Aras schätzt die ausgebildete Pädagogin: „Ich erhielt verlässliche und professionelle Informationen – direkt von einer echten Beraterin und nicht von einer KI. Menschen brauchen eben Menschen“.

 

Klares Vorgehen, schnelle Einreise

 

Ab diesem Punkt ging es rasch voran: Im April 2025 reichte Hamide den Antrag auf Anerkennung ein. Bereits im Mai bescheinigten die Behörden die teilweise Gleichwertigkeit ihrer Ausbildung mit dem deutschen Referenzberuf der Erzieherin. Gemeinsam mit ihrem neuen Arbeitgeber leitete sie das beschleunigte Fachkräfteverfahren ein und erhielt das Visum zur Anpassungsqualifizierung. Im November 2025 folgte die Einreise nach Deutschland. Seitdem arbeitet Hamide als pädagogische Fachkraft in einer Kindertagesstätte. Über einen Zeitraum von 18 Monaten holt sie dort die noch fehlenden Qualifikationen nach, um die volle Anerkennung als Erzieherin zu erlangen.

 

„Ich hatte auch bereits eine Zulassung für ein Studium an der Universität Bremen erhalten, aber mich bewusst entschieden, es zunächst zurückzustellen. Mir wurde klar, dass meine Leidenschaft die Arbeit mit Kindern ist. Deshalb möchte ich meinen Weg als Erzieherin in Deutschland weitergehen“, erzählt sie.

 

Entscheidend sind die Sprachkenntnisse

 

Die größte Hürde im Alltag blieb zunächst die Sprache. Zwar hatte sie sich vorab über YouTube-Videos und Onlinekurse Deutschkenntnisse angeeignet, doch die Praxis in der Kita forderte sie heraus: „Das Deutsch im Alltag ist anders als das in den Sprachkursen. Ich lerne viele neue Wörter und Ausdrücke, die ich im Kurs nicht gelernt hätte“. Ihr Rat: „Man darf keine Angst vor dem Sprechen haben“.

 

Im Alltag angekommen

 

Hinter dem erfolgreichen Start in einer neuen Heimat steht ein enormer organisatorischer Kraftakt. Hamide ist gemeinsam mit ihrer Familie eingereist: „Unsere erste Zeit in Deutschland war ziemlich anstrengend und emotional sowie organisatorisch nicht einfach. Insbesondere die Wohnungssuche, für meine Kinder eine passende Schule zu finden und sie dort anzumelden, neue Leute kennenzulernen und im Job Fuß zu fassen – das alles hat uns sehr gefordert“. Mittlerweile ist die Familie gut im Alltag angekommen. „Heute besuchen drei unserer Kinder ein Gymnasium, unser jüngstes Kind wird bald eingeschult und wir alle lernen weiterhin täglich Deutsch. Integration bedeutet für uns nicht nur, in Deutschland zu leben, sondern Teil dieser Gesellschaft zu werden, die Sprache zu lernen und unseren Beitrag zu leisten“.

 

Über ihr neues Arbeitsumfeld sagt Hamide: „Ich habe wirklich Glück mit meinem Team. Die Kolleginnen sind sehr unterstützend, geduldig und wertschätzend. Und sie schenken mir wirklich viel Vertrauen“. Kindergartenleiterin Maria Meier und Praxisanleiterin Gaby Hauser begleiten die neue Kollegin seit ihrem ersten Arbeitstag: „Ohne ihre Unterstützung wäre mein Start in Deutschland deutlich schwieriger gewesen“, erzählt Hamide.

 

Nach dem Abschluss ihrer Anpassungsqualifizierung möchte Hamide ihre berufliche Zukunft langfristig in Deutschland aufbauen: „Mein Wunsch ist es, Kinder auf ihrem Bildungsweg zu begleiten und gleichzeitig etwas von der Unterstützung zurückzugeben, die ich selbst hier erfahren durfte“.

 

Anderen Fachkräften, die einen ähnlichen Weg planen, rät sie, sich gründlich und in Ruhe vorzubereiten, intensiv die Sprache zu lernen und sich direkt an offizielle, seriöse Beratungsstellen zu wenden.

Von außen sieht so ein Prozess oft einfach aus, aber dahinter steckt viel Arbeit und Geduld. Manchmal muss man seinen Mut einfach zusammennehmen und einen Schritt wagen. Auch wenn der Anfang nicht leicht ist: Mit der richtigen Unterstützung und genug Zeit kann man es gut schaffen.